Was bedeutet eigentlich Bildung?
Heute möchte ich mal meine aktuellen Gedanken zum Thema Bildung mit unseren Blog-Lesern teilen, da mir dieses Thema persönlich sehr am Herzen liegt. Gerade jetzt, da doppelte Abiturjahrgänge die deutschen Hochschulen schwemmen, wird die Debatte auch wieder öffentlich. Dazu gehört allerdings auch jene zu den Mittelkürzungen in der Bildung (was für eine Schande!) und zu den nicht immer positiv verlaufenen Bologna-Reformen in den Hochschulen.
Sir Ken Robinson hat es auf den Punkt gebracht: Kinder werden heutzutage schon im Kindergarten und in der Schule dazu angehalten, Aufgabenstellungen nicht kreativ sondern nach Schema F zu lösen. Auswendiglernen wird mit guten Noten belohnt, kaum ein Lehrer fördert Kreativität bei seinen Schülern. Die Förderung dieser Kreativität wäre aber nötig, um wiederum die Talente der Kinder bzw. Schüler zu entdecken und weiterzuentwickeln. Nur durch nicht-konformes Denken, durch Abweichen von den Standards, können innovative Ideen entstehen. Auch das Machen von Fehlern wird dabei konsequent bestraft, obwohl wir nur daraus wirklich lernen können, Probleme anders bzw. besser zu lösen. Hierzu möchte ich gerne Sir Ken Robinson direkt zitieren: „If you are not prepared to be wrong, you’ll never come up with anything original.” Schon bei Kindern werden somit mögliche Talente im Keim erstickt, worauf sie dann später meist auch nicht mehr zurückgreifen können. Dieser stiefmütterliche Umgang mit Talenten lässt besonders jetzt, da das Thema Talent Management für Unternehmen in den Mittelpunkt rückt, daran zweifeln, ob wir in der Bildung und damit in der Talententwicklung auf dem richtigen Weg sind.
Unsere Gesellschaft propagiert lebenslanges Lernen und innovatives Denken. Aber wie soll das mit dem aktuellen Bildungssystem funktionieren? Bildungsbulimie und inflationäre Abschlüsse oder kreative Ansätze und Visionen, um die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu meistern? Eine wahre Bildungsreform ist dabei natürlich schon längst überfällig, jedoch muss davor erst einmal ein Umdenken hinsichtlich der sinnvollen (Talent-) Entwicklung bei Kindern und dem Umgang mit Fehlern geschehen.
Gerne möchte ich hier eine Diskussion anstoßen, welche Alternativen es zum jetzigen Bildungssystem gibt und wie kreatives Denken wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt werden kann. Ich freue mich auf zahlreiche Kommentare.
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23. Juli , 2010 um 13:55
Guten Tag Kathleen,
ich möchte mir zwar keine Generaldebatte über unser Bildungssystem zutraun, aber einige Anmerkungen sind mir wichtig.
Ich teile einen Teil Deiner Gedanken. Wenn man Kindern mit einem Filter die Gedanken in Einheitswissen verpasst, soll man sich nicht wundern, wenn Sie als Studenten und junge Erwachsene nicht mehr kreativ, innovativ oder ideenreich sind.
Ich denke nicht, daß wir alle Fehler im System suchen sollten. Fakt ist: Das Bildungsniveau allgemein sinkt…den Jugendlichen fehlt eher Forderung als Überforderung…und Talente werden nicht von allein zu entdecken sein. Viele haben bereits erkannt, daß ein Warten auf Staatsförderung nichts bringt und daher müssen die Eltern aktiv werden. Der Win liegt im Elternhaus und Förderung hat nicth immer etwas mit Geld zu tun. Wenn ich das Kind fördere und interessiere, dann wird es in einer Richtung aufblühen und das erkennen dann auch interessierte Eltern.
Völlig falsch ist doch auf Vater Staat und Begabtenförderung und betreuende Lehrer zu warten. Nein, mein Kind ist meine Verantwortung und wenn ich etwas fördern will, dann gebe ich eines in die Runde - die Zeit und Geduld für die Entwicklung der Kinder.
Beste Grüße,
Robert
9. August , 2010 um 12:30
Hallo Kathleen,
sehr interessanter Artikel. Ich halte im November einen Vortrag bei Tedx Bilbao zum Thema Bildung 2019 und danach … Vielleicht sollten wir uns etwas mehr austauschen? Du erreichst mich unter kwela.hermanns@portaltoyourdreams.com
Gruss aus Amsterdam,
Kwela
12. August , 2010 um 11:23
Hallo Robert,
da bin ich auch deiner Meinung. Eltern sollten sich um die Erziehung und Bildung ihrer Kinder kümmern. Wenn jedoch der Staat keine positiven Rahmenbedingungen schafft und die Eltern dazu nicht ermutigt, ist dies sehr grenzwertig. Wie gesagt: Ein Umdenken hinsichtlich Bildung allgemein muss stattfinden, von beiden Seiten: Staat und Gesellschaft bzw. Eltern, um all diese Probleme zu lösen.
Viele Grüße und danke fürs Mitdiskutieren.
Kathleen
@ Kwela: Ich melde mich bei dir.